Unterrichtsgestaltung
Ganzheitliches Lernen
Dies bedeutet zum einen, dass möglichst viele Aspekte und Facetten des Lerngegenstandes/Themas einfließen. Der Blick auf das Ganze und auf Zusammenhänge soll geschärft werden. Zusätzlich bezieht sich der ganzheitliche Ansatz auf den Weg des Lernens, der sich dem Lerngegenstand über verschiedene Zugänge und Sinne annähern soll. So sollen die Schülerinnen und Schüler, wo immer möglich, diejenigen Lernstrategien erkennen, entwickeln und anwenden können, die für sie persönlich am besten passen. Dazu gehört auch das Lernen mit Herz, Hirn und Hand, also mit Gefühl und Motivation („Herzblut“), mit gesundem Menschenverstand und auch durch aktives Tun (be„greifen“).
Fächerübergreifendes Lernen
Im Fachunterricht werden wesentliche Kompetenzen und Methoden vermittelt, die dazu nötig sind, sich fachliche und überfachliche Themen zu erschließen. Das, was im Fach gelernt wird, dient also als Werk- und Rüstzeug für das selbständige Lernen, der Auseinandersetzung mit bedeutsamen Themen sowie der Bewältigung vielfältiger Herausforderungen des Lebens.
Themen, die in der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen relevant sind, sowie vielfältige Herausforderungen, mit denen die Jugendlichen und unsere Gesellschaft konfrontiert sind (z. B. Klimawandel, Energieversorgung, Gesundheit, Digitalisierung), lassen sich nur selten mit dem Wissen und den Kompetenzen eines einzelnen Faches erschließen und bewältigen. Deshalb wird am gyMRiem besonderer Wert auf fächerübergreifenden Unterricht gelegt. Dies geschieht z. B. dadurch, dass sich die Lehrkräfte verschiedener Fächer (z. B. Deutsch, Geschichte, Kunst) absprechen und ein Thema (z. B. Mittelalter) gemeinsam als Unterrichtseinheit aufbereiten.
Beim Lernen an Themen- und Projekttagen haben Schülerinnen und Schüler Gelegenheit, sich intensiv, fächerübergreifend und ganzheitlich mit relevanten Themen auseinanderzusetzen und dabei nach Möglichkeit eigene Interessen und Stärken einzubringen. Wo immer möglich und sinnvoll werden externe Experten einbezogen und außerschulische Lernorte aufgesucht. Lernen vom Leben für das Leben.
Unser Gehirn lernt dann besonders effektiv, wenn es zwischen dem Gelernten Verknüpfungen herstellen kann und einen Sinn bzw. Nutzen darin erkennt, der die Lernanstrengung rechtfertigt. Hierzu trägt die fächerübergreifende Beschäftigung mit bedeutsamen Themen in besonderem Maße bei.
Selbstorganisiertes Lernen
Selbstorganisiertes Lernen (SOL) ist kein klassischer Unterricht. In den SOL-Zeiten beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler selbständig mit Materialien zu Themen des Fachunterrichts. Die Materialien werden vom Team der Fachlehrkräfte für die ganze Jahrgangsstufe entworfen. Die Schülerinnen und Schüler können in der SOL-Zeit auswählen, in welcher Reihenfolge sie die Materialien der einzelnen Fächer bearbeiten und auch in welcher Dauer. So kann sich z. B. eine Schülerin, die sehr gut in Englisch, aber schlechter in Mathematik ist, mehr Zeit für dieses Fach nehmen oder umgekehrt. Selbstorganisation muss erst gelernt werden. Hierzu erhalten die Schülerinnen und Schüler Unterstützung durch verschiedene Lerntechniken, die wir vermitteln und auch durch Lern-Coaches, die sich Zeit nehmen, individuelle Lernschwierigkeiten zu besprechen.
Vertiefende Informationen zu SOL finden Sie hier.
Wahlangebote und Fördersprechstunden
Das gyMRiem bietet den Schülerinnen und Schüler ein breites Angebot an Wahlfächern, die am Nachmittag – auch in Kombination mit der OGTS – besucht werden können. Hier eine Auswahl aus unserem Angebot, zu dem übrigens Schülerinnen und Schüler von Realschule und Gymnasium gegenseitig Zugang haben:
Fußball, Tischtennis, Basketball, Tanzen, Theater, Chor und Orchester, Kunstwerkstatt, Fotografie, Experimentieren, Schafkopfen, Schulsanitätsdienst, Lego-Robotics, Schülerzeitung
In unseren Fördersprechstunden am Nachmittag stehen Lehrkräfte der Hauptfächer den Schülerinnen und Schüler zur Verfügung, die sich z. B. Fachinhalte nochmals erklären lassen oder sich mit fachlicher Hilfe auf eine Schulaufgabe vorbereiten wollen. Das Besondere ist, dass jede Schülerin und jeder Schüler sich jederzeit für einen Besuch der Fachsprechstunde entscheiden und so lange hingehen kann, wie es für ihn oder sie nützlich ist. Eine Anmeldung oder gar eine Verpflichtung der Teilnahme für ein ganzes Schuljahr sind nicht nötig.
Coaching als individuelle Förderung
Lernen will gelernt sein. Dies gilt insbesondere für eigenverantwortliches Lernen wie bei SOL. Deshalb setzen wir am gyMRiem stark auf Lernberatung (Coaching). Ein Team von Lehrkräften kümmert sich während der SOL-Einheiten ausschließlich darum, die Schülerinnen und Schüler beim Lernen zu beobachten, mit Ihnen ins Gespräch über ihr Lernen zu kommen und bei Bedarf Tipps zu geben, wie es noch besser gelingen kann. Hierbei geht es nicht um fachliche Unterstützung, sondern um das „Wie“ des Lernens. Wie teile ich mir meine Zeit sinnvoll ein? Wie kann ich mich am besten konzentrieren? Wie kann ich am besten Vokabeln lernen oder Texte auswerten? Wie gestalte ich einen übersichtlichen Hefteintrag? Wie bereite ich mich auf eine Prüfung vor? Wie gehe ich mit Nervosität bei der Prüfung um? Unsere Lern-Coaches sind dazu da, gemeinsam mit den einzelnen Schülerinnen und Schülern individuelle Antworten auf diese Fragen zu finden. Falls die Zeit während der SOL-Einheiten nicht reicht, stehen noch eine Lernsprechstunde am Nachmittag und Online-Materialien auf mebis zu Verfügung.
LernZeit
Wo immer möglich wird am gyMRiem bei der zeitlichen Strukturierung des Schultages vom klassischen 45-Minuten-Rhythmus abgewichen. Doppelstunden sind die Regel. Auch die SOL-Arbeitsphasen werden zu Doppelstunden zusammengefasst. So können sich die Schülerinnen und Schüler innerhalb der 90 Minuten ihre Arbeitszeit selbst einteilen.
Doppelstunden haben in Vergleich zu 45-Minuten-Unterrichtseinheiten mehrere Vorteile: Sie bieten mehr Zeit für aktives Lernen der Schülerinnen und Schüler (z. B. Gruppenarbeiten, Recherche, Präsentationen) und bringen mehr Ruhe in den Unterricht. Dazu trägt auch bei, dass die einzelnen Unterrichtsstunden am gyMRiem nicht durch einen Gong unterbrochen werden. Ein positiver Nebeneffekt von Doppelstunden ist auch, dass die Schülerinnen und Schüler im Vergleich zu Einzelstunden weniger Fächer pro Unterrichtstag haben. Sie müssen sich also auf weniger Fächer vorbereiten und auch weniger Materialien (z. B. Schulbücher) mitbringen.




